Die Frage „Was kostet eine Website?" bekomme ich in fast jedem Erstgespräch. Ehrlichste Antwort: zwischen 2 000 € und 30 000 € — je nach Umfang. Das hilft erst mal wenig. In diesem Artikel breche ich die Range auf, zeige dir echte Marktdaten, und erkläre, wo dein Geld eigentlich hingeht.
Der deutsche Webdesign-Markt 2026 in Zahlen
92 €/h
Median-Stundensatz Webentwickler-Freelancer DE
GULP Freelancer-Studie 2025
7 200 €
Ø Projektvolumen Business-Website 2025
Bitkom Digital Office Index 2025
5,8
Ø Wochen Projektdauer bei KMU-Websites
BVDW Branchenreport 2025
+11 %
Preissteigerung Webdesign 2024 → 2025
GULP Rate-Tracker
Die Zahlen kommen aus drei Quellen: der GULP Freelancer-Studie (Stichprobe 15 800 Freelancer), dem Bitkom Digital Office Index und eigenen Erhebungen aus 234 Kundenprojekten zwischen 2020 und 2025.
Was daran bemerkenswert ist: Der Median-Stundensatz ist in den letzten vier Jahren um 23 % gestiegen, das durchschnittliche Projektvolumen nur um 12 %. Kunden bekommen also weniger Website für denselben Euro — und das ist kein Agentur-Problem, das ist ein Marktphänomen, das bei allen Anbietern zu sehen ist.
Die drei häufigsten Preisklassen
1. Landing-Page / One-Pager · 1 800 – 3 500 €
Eine einzelne fokussierte Seite. Häufig für Coaches, Therapeut:innen, Handwerksbetriebe mit klarem Leistungsangebot, Event-Anmeldungen, Produktlaunches.
Typisch enthalten:
- Hero mit Call-to-Action
- 3–4 inhaltliche Sektionen (Leistungen, Über, Referenzen, Kontakt)
- Ein Kontaktformular mit DSGVO-Konfiguration
- Google-Business-Integration, Impressum, Datenschutz
- Mobile-First-Design, Lighthouse > 95
Zeitrahmen: 2–3 Wochen. Nicht enthalten: Content-Produktion (Texte, Fotos), laufender Support.
2. Business-Website · 4 500 – 9 500 €
Das häufigste Paket. Typische Struktur: Start, Leistungen (einzeln pro Seite), Über uns, Projekte oder Referenzen, Blog-Grundlage, Kontakt, Rechtliches.
Typisch enthalten:
- 5–15 Unterseiten
- CMS für eigenständige Content-Pflege
- Erweiterte SEO (lokal, On-Page, Schema.org)
- 1–2 Tool-Integrationen möglich (z. B. Terminbuchung, Newsletter)
- DSGVO-konformer Consent-Layer
Zeitrahmen: 5–8 Wochen.
3. E-Commerce / Plattform · 8 500 – 30 000 €+
Shops, Portale, Plattformen mit Login-Funktion. Hier wird's schnell individuell:
- Shopify / WooCommerce / Shopware / Custom
- Zahlungsabwicklung, Versand-Logik, Steuerautomation
- Kundenkonten, Produktkonfiguratoren
- Individuelle Features (B2B-Preise, Abo-Modelle, Konfiguratoren)
Zeitrahmen: 8–16 Wochen.
Agenturvergleich: Wo preist wer?
Die Range ist so breit, weil sie unterschiedliche Segmente umfasst. Konkret:
Senior-Freelancer (7+ Jahre Erfahrung): 90–130 €/h. Arbeitet direkt mit dir, ohne Agentur-Pipeline. Kleiner Overhead, hohe Spezialisierung, persönliche Verantwortung. Nachteil: einzelne Person, Urlaub/Krankheit ist ein Risiko.
Mid-Level-Freelancer (3–6 Jahre): 65–95 €/h. Preis-Leistung oft sehr gut, bei guter Auswahl. Achtung bei komplexeren Projekten, wo Erfahrung mit Technik-Migration, Performance-Tuning oder SEO-Strategie fehlt.
Agentur Mittelstand (10–30 MA): 100–150 €/h. Gutes Niveau für KMU-Projekte, oft mit Design + Entwicklung + Marketing unter einem Dach. Nachteil: Kommunikation läuft über Projektmanager:innen, Bearbeitungszeit wird teurer.
Agentur Premium (Markenarbeit): 150–250 €/h. Für Marken-Projekte mit hohem Anspruch an Corporate Design, Kommunikationsstrategie, komplette Brand-Experiences. Nicht das Richtige für eine „normale" Business-Website.
Offshore: 20–40 €/h. Kostenseitig attraktiv, praktisch oft mit Reibungsverlusten (Zeitverschiebung, Sprache, DSGVO, Qualitätsstreuung). Für KMU in Deutschland selten die optimale Wahl.
Was treibt den Preis wirklich?
Die Seitenzahl ist selten der teuerste Faktor. Was wirklich kostet:
1. Individualität des Designs
Ein vorhandenes Template anzupassen ist günstiger als Pixel für Pixel zu entwickeln. Faustregel: +40 bis +80 % für Fully-Custom gegenüber Template-basierten Projekten.
2. Content-Produktion
Wenn du keine Texte und Bilder hast, brauchst du Texter:innen und Fotograf:innen. Rechne mit 800–2 500 € zusätzlich — je nach Umfang und Niveau.
3. Funktionen
Buchungssystem, Chatbot, Kalkulator, Kundenportal. Jede Funktion ist ein Mini-Projekt. Siehe die 12 gängigsten Tools mit Einzelpreisen.
4. Content-Migration
Wenn du von WordPress/Wix umziehst und 80 Seiten mitnehmen willst, kostet die Migration allein 1–3 Tage zusätzlich.
5. Integrationen
CRM, Newsletter-Tool, Buchhaltung, PIM, ERP. Pro System: 4–16 Stunden. Bei kritischen B2B-Projekten können Integrationen schnell ein Drittel der Gesamtkosten ausmachen.
Rote Flaggen bei der Preisfindung
| Angebot | Was meist dahintersteckt |
|---|---|
| „Website für 499 €" | Template + Copy-Paste. Du zahlst die Einrichtung, besitzt aber nichts wirklich Individuelles. |
| „Wir geben dir einen Festpreis nach 2 Monaten Anforderungsanalyse" | Entscheidungs-Vermeidung. Gute Anbieter können nach einem 30-Min-Call eine Range nennen. |
| „99 €/Monat, kündbar" | Du mietest — du besitzt keine Website. Bei Kündigung ist alles weg. |
| „50 % Rabatt diesen Monat" | Billiger ist der Anbieter sich selbst nicht wert. |
| „Lifetime-Hosting für 199 € einmalig" | Meist auf 1–3 Jahre limitiert. Danach gibt's den Anbieter nicht mehr. |
Wie ich kalkuliere — transparent
Ich arbeite ausschließlich auf Festpreis-Basis. Ablauf:
- 30-Min-Call (kostenlos): Ich verstehe dein Projekt, klären Randbedingungen.
- Innerhalb von 48 Stunden Festpreis für Design, Entwicklung, Launch.
- Keine Preisänderungen im Projekt, solange Scope nicht geändert wird.
- Zahlung in 3 Tranchen: 30 % Anzahlung, 40 % Design-Freigabe, 30 % Launch.
Das funktioniert, weil ich ehrlich kalkuliere — und weil ich lieber ein Projekt ablehne, als einen unrealistischen Preis anzubieten und später nachzujustieren.
Was du selbst tun kannst, um Kosten zu senken
- Content komplett selbst liefern (Texte + Bilder): spart 800–2 500 €
- Klaren Brief schreiben (Zielgruppe, Must-haves, No-gos): spart 2–4 h Abstimmung
- Auf Animations-Gimmicks verzichten: spart 500–1 500 € Entwicklungsaufwand
- Eine einzige Kontaktperson auf deiner Seite benennen: reduziert Rücksprachen deutlich
- Realistische Deadline (nicht 2 Wochen): verhindert Express-Zuschlag von 20–30 %
Mein Fazit — was ist „fair" 2026?
Für eine solide, DSGVO-konforme Business-Website mit Custom-Design, 8–12 Seiten und SEO-Grundlage liegst du Anfang 2026 realistisch bei 5 500 – 7 500 €. Wer deutlich unter 4 000 € anbietet, liefert fast immer ein Template-Projekt. Wer deutlich über 10 000 € aufruft, hat Agentur-Overhead oder ein sehr spezielles Design-Verständnis.
Wenn du konkrete Zahlen für dein Projekt willst: nutze entweder meinen Kostenkalkulator oder schreib mir direkt. Innerhalb von 48 Stunden bekommst du ein unverbindliches Angebot — ohne Verkaufsgespräch.
Häufige Fragen
Warum sind manche Agenturen 5× teurer als Freelancer?
Macht es Sinn, offshore zu vergeben (Indien, Osteuropa)?
Was kostet ein Online-Shop?
Wie setzen sich die Kosten zusammen?
Was kostet die laufende Wartung?
Warum kostet eine neue Website mehr als vor 5 Jahren?
Quellen & weiterführende Links
- GULP Freelancer-Studie 2025 (IT-Markt Deutschland) — GULP Information Services
- Bitkom Digital Office Index 2025 — Bitkom e. V.
- BVDW Branchenreport Digitale Wirtschaft 2025 — Bundesverband Digitale Wirtschaft
- IHK-Kostenkalkulation für Dienstleister — DIHK
- Statista Umfrage Webentwicklung in Deutschland 2024 — Statista
Sebastian Gawlita
Webdesigner mit Fokus auf KMU
Seit 2017 baue ich Websites für Selbstständige und Mittelstand — von 1 500 € Landing-Page bis 25 000 € Business-Plattform. Dieser Artikel fasst zusammen, was in DE 2026 realistisch ist, nicht was Agenturen in ihren PR-Texten behaupten.